
Verehrte Leserin, verehrter Leser,
herzlich Willkommen zu einer literarischen, sturm- und drangvollen Reise durch die Neue Innerlichkeit der vormärzgeprägten, naturalistisch-aufgeklärten Empfindsamkeit eines Episodenromans von droste-hülshoffscher Dramatik, traklscher Tiefe und grimmscher Grammatik.
Lassen Sie sich verzaubern von „Buttercreme, hanseatisch“, dem einzigen, ganz leichten Tuntenroman mit fünf geistigen Müttern. Bei Stickereien, Likör und Operettenmusik am Kaminfeuer erschien es den ehrenwerten Damen Jeannie von Damaskus, Moni Haevelund, Dolly Cluster, Didine van der Platenvlotbrug und Blessless Mahoney kurz nach der Jahrtausendwende angebracht, der Welt ein literarisches Kind zu gebären.
Im monatliche Rhythmus erhielt die jeweilige Gastgeberin des Tuntenkränzchens das Manuskript des gemeinschaftlich erstellten Fortsetzungsroman von ihrer Vorgängerin und fügte ihm ein neues Kapitel hinzu. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, und so konnten sich Handlungsfäden und -ebenen frei entfalten und in mittlerweile 23 Kapiteln Sinn stiften.
"Buttercreme, hanseatisch" ist die Geschichte der fünf lebenslustigen Freundinnen Toblette, Dorette, Blondette, Polette und Jeanette. Erzählt wird in wechselnden Perspektiven und Zeitebenen von ihrem Wirken und Werden in Hamburg und der Welt. Geleitet werden sie von ihren Schutzgöttinnen durch katastrophale Geburtstagsfeiern, den Grand Prix in Jerusalem oder auch während der Entführung durch Außerirdische. Dass es dabei zuweilen turbulent, gottlos, jugendgefährdend, gewaltverherrlichend und doch auch poetisch zugeht, versteht sich von selbst.
Die Kapitel werden im Monatsrhythmus ab dem 1. Mai 2005, und dann immer zum 1. des Monats auf dieser Seite veröffentlicht. Parallel dazu gibt es eine Lesung des jeweils aktuellen Kapitels jeden vierten Samstag im Monat bei Pink Channel Plus auf UKW 96,0 oder Kabel 95,45.
Erstmalig mit einer einführenden ExpertInnenrunde werden am 28. Mai 2005, um 22.00-23.00 Uhr die ersten zwei Kapitel der "Buttercreme, hanseatisch" vorgetragen. Durch die Radiosendung führt Wolfgang Krömer. Die Veröffentlichung im Internet wird vom Künstler Philipp Haffner mit Zeichnungen illustriert und von Oliver Hoogvliet (hamburg.gay-web.de) betreut.
Am Ende dieser Seite finden Sie die Porträts zu den fünf Autorinnen und natürlich die bereits freigegebenen Kapitel. Auf Ihrer literarischen Entdeckungsreise wünschen wir ihnen viel Freude.
Ihre Ingeborg Bach, nebst Mann

Im zarten Alter von nur 7 Jahren gewann sie den Vorlesewettbewerb in der badischen Provinz und schrieb daraufhin ihr erstes Kochbuch für einen kirgisischen Selbstverlag. In dem Vorwort dieses Werkes kündigte sie schon an, dass Sie als Ziel Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit die roman-i-sierung des Gebäck- und Dessertgenres anstrebe. Nur wenige Jahrzehnte nach dieser schon fast hellsichtigen Ankündigung ist dieses Projekt nun abgeschlossen. Als Co-Autorin der Buttercreme hanseatisch reiht sie sich ein in die Ahnenreihe der Weltliteratur. 7-fach mit dem Dr.-Oetkar-Literatur Preis gekürt, steht sie nun zur Würdigung ihres Lebenswerkes auf der Warteliste für den Ingeborg-Büchner Preis. Es sind vor allem ihre intimen Kenntnisse des Menschen, insbesondere der chemischen Vergleichsanalyse zwischen Rührteig und Körperflüssigkeiten, die Ihre unvergleichlichen Art mit Biomasse umzugehen und dieser ein ganz eigenes Wortkleid zu geben, ausmacht.

Geboren wurde sie als siebtes unverpartnertes Kind des Sultans von Onan und einer Wuppertaler Transe. Wann, darüber schwiegt sie sich beharrlich aus. Man munkelt 1817 oder 1837. Jedenfalls will sie noch bei Florence Nightingale in Lehre gegangen sein. Nightingale ordnete sie als kräftigste unter den freiwilligen Damen der Waschküche zu. Während der türkischen Kriege stand sie also am Waschbrett, was zu ihrer muskulösen Erscheinung beitrug. Kaum war der Krieg zu Ende, erfasste sie eine starke spirituelle Sehnsucht: Sie machte sich auf, um den 11. Dalai Lama zu besuchen. Sie reiste nach Indien, stellte fest, dass der Dalai Lama dort (noch) nicht wohnte und fuhr wieder ab. Die folgende Jahrzehnte liegen im Dunkeln. Und auch die darauf folgenden. Heller wird es erst, als sie in den frühen 90er Jahren im Hamburger Hafen anlandet, durch Zufall ein Jungbrunnenelixier am Fischmarkt kauft und nun auf ewiglich jung und begehrenswert bleibt. Diese Eigenschaft ist es sicherlich auch zu verdanken, dass sie seit nunmehr über 130 Jahre die Geschicke von Random House lenkt, auch wenn ihr Gatte eigentlich der Verleger ist. Sie ist sehr sozial eingestellt und hat daher freudig der Idee zugestimmt, mittellosen, beleibten, spröden oder sonst wie unauffälligen Damenimitatorinnen auf den oft steinigen Wegen der Hohen Kunst der Literatur als wissende Begleiterin und Lektrice beizustehen. Das nun folgende Werk ist das Ergebnis ihrer Mühen. Laudetur Jeannie von Damaskus!

Die Verfasserin unzähliger Splatter-Liebesromane im Stile der Pilcher und der Cartland hat sich nebenbei auch als Moderatorin, Philosophin und Kabarettistin einen Namen machen können. Die eingeschworene Fangemeinde wundert es somit nicht, dass sie an diesem Formen- und Normen-sprengenden Werk mitgewirkt hat. Seit Jahren ist sie Kräuterteeabhängig und in Behandlung.

Geboren irgendwann in der zweiten Hälfte des 20. Jhs, wuchs sie auf einem Gestüt in Ostwestfalen auf. Mit sechs Jahren wurde sie die Geliebte des Rittmeisters, doch als sie nach zwei glücklichen Jahren zu alt für ihn war, nahm er sich eine jüngere Liebhaberin. In der Hoffnung, ihn zurückzugewinnen, verfasste sie einen 1000-seitigen Roman, doch ihre Nebenbuhlerin stahl das Manuskript, und das Buch wurde unter dem Titel "Vom Winde verweht" ein Welterfolg.
Von ohnmächtiger Wut geschüttelt, erlitt sie einen Hörsturz und hatte in den folgenden Jahren mehrere Gotteserscheinungen, die allesamt mit einer unbefleckten Empfängnis endeten. Derart angefüllt mit Früchten ihres Leibes, beschloss sie, Schriftstellerin zu werden. Nach aussen führt sie das asketische Leben einer Bibliothekarin, doch zugleich veröffentlichte sie unter verschiedenen Namen Kinder- und Jugendbücher. Zu ihren Pseudonymen gehören neben vielen anderen Enidt Blyton, J.K. Rowling und Doris Schröder-Koepf. Sie lebt und arbeitet im kleinen Dorf St. Georgsbüttel in Norddeutschland.

Die Preisträgerin des Freddy-Krüger-Ringes der Stadt Bad Salzig und ehemalige Ghostwriterin des nun mehr heimgegangenen Papstes (bekanntestes Bonmot „Urmel im Orbit“) interessierte sich schon immer für die Niederungen des geistig hochstehenden literarischen Schaffens und hat mit ihrer Ecriture automatique der „Buttercreme, hanseatisch“ ein avantgardistisches Fluidum eingehaucht. Aktuelle Veröffentlichung: Ratz Inzinger – Kochen wie bei Papstens. Inquisitionsküche für unterwegs, Gräfe & Unzer Verlag, 19.90 €