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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Rachel Heuberger, Regina Schröder: Koscher Kochen - 36 Klassiker der jüdischen Küche und ihre VariantenEichborn Verlag, 144 Seiten, gebunden, illustriert,
Geneigte Leserin, geneigter Leser,ich war in den letzten Jahren doch häufiger in Kontakt mit vielen AmerikanerInnen und EuropäerInnen, die in den USA leben und einer der augenfälligsten Unterschiede im alltäglichen Leben zu Deutschland ist das hier völlige Fehlen typisch jüdischer Infrastruktur: Kaum koschere Metzger, kaum ein jüdischer Bäcker, all das eben, was bis ins erste Drittel unseres Jahrhunderts auch das Straßenbild, das normale Leben in Deutschland ausmachte, fehlt einfach. Oft lohnt es sich mal wieder ins Ausland zu fahren, um das Fehlen dieser Kultur, dieser Religion hier in Deutschland zu bemerken. (Bitte sehen Sie sich auch meine Rezension zu Faye Kellerman an.) Um so schöner sind dann die kleinen Punkte, an denen wir positiv überrascht werden, zum Beispiel dieses kleine-feine Kochbuch. Hier finden sich 36 Klassiker der jüdischen Küche und ihre Varianten in einer leicht nachkochbaren Form. Schön ist die Einleitung, in der die Fachbegriffe, wie "koscher" erklärt werden. So können sich Interessierte und Nachgeborene, die nicht mehr in der traditionellen Kultur erzogen wurden, wieder den jüdischen Wurzeln nähern. Und als erstes wird mit so manchem Vorurteil gegenüber der koscheren Küche aufgeräumt, denn wie koscher koscher ist, das entscheidet man und frau immer noch selbst. Ob es wirklich zwei vollständige Koch-Garnituren sein müssen, ob wir immer koscher essen müssen und wollen, ob es eher, vergleichbar mit dem Fasten, ein bewußterer Umgang mit dem Essen ist, all das entscheiden wir selber. Nun aber zu den Rezepten. Überrascht sind wir doch, daß einige Gerichte, die traditionell einer bestimmten Küche zugeschrieben werden, sich als koschere jüdische Gerichte herausstellen: Heringssalat, Borscht, Falafel oder Couscous. Alle Rezepte sind gut nachzukochen und einfach beschrieben. Nebenbei erfährt der Koch und die Köchin einiges über die Kochvorschriften (Kaschrut) und über das jüdische Leben an sich. Ich freue mich, Ihnen dieses Kochbuch wirklich empfehlen zu können. Und ich bin auf meine und Ihre Kochergebnisse gespannt. Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 20. August 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |