|
Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Gerhard Richter: LandschaftenHatje Cantz Verlag, 128 Seiten mit 63 Abbildungen,davon 54 farbig, DM 78.00, Hardcover, ISBN: 3-89322-950-7 Geneigte Leserin, geneigter Leser,Gerhard Richter ist einer der international gefeierten Künstler. Er stammt aus der ehemaligen DDR und zog 1961 nach Düsseldorf, später nach Köln. Malerei in den verschiedensten Formen sind seine Domäne: Serien von Portraits (bekannter Persönlichkeiten, darunter auch Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe), graue Monochrome, die in verschiedenen Techniken hergestellt sind, äabstrakte Malereien", Farbmuster und Farblandschaften wechseln einander ab und belegen Richters bewußte Abkehr von jedem einheitlichen Stil. äIch liebe das Unbestimmte und Unendliche und die dauernde Ungewißheit." Hier präsentiert Richter nun eines seiner Lieblingssujets. Seit 1968 widmet er sich einem Thema, das ihn bis heute nicht losläßt: Landschaften. Kein anderes Motiv hat ihn in seiner Schaffensperiode bis heute so sehr fasziniert. Diese Landschaftsbilder, anfangs schwarz/weiß, später farbig gehalten, strahlen eine unglaubliche Faszination aus, ein verzaubertes Strahlen liegt in ihnen. Fast photorealistische Gemälde zeigen verschiedenste Landschaften: Seeküsten, die Alpen, den Vesuv, die Alster oder auch ein besetztes Haus. Über die bis ins kleinste Detail genauen Bilder legt sich ein Nebel, eine visuelle Abstraktion, die das Besondere an den Bildern ausmacht. Ebenso, wie Richter mit seinem gesammten Werk zwischen dem Abstrakten und dem Realistischen steht, so stehen seine Landschaftsbilder zwischen Realität und Abstraktion. Er macht bewußte Anleihen bei der Photographie, viele seiner Landschaften wurden nach Postkarten und Amateurphotos gemalt, und gleichzeitig nimmt er diese Genauigkeit der Photographie wieder zurück. Für die Landschaften gilt, wie für viele andere Werke Richters, daß er neue Sichtweisen eröffnen möchte. Der Photorealismus als Ende der Kunst? Nicht mit Gerhard Richter. Neben diesem interpretatorischen Ansatz sollte eines nicht unerwähnt bleiben: Die Landschaftsgemälde Richters sind äußerst ästhetisch, fast schon meditativ versunkene Welten ergreifen den Betrachter. Eine der schönsten Buchentdeckungen... Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 19. April 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |