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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Bruce Nauman: Versuchsanordnungen - Werke von 1965-1994Christians Verlag, 116 Seiten mit zahlreichen Abbildungen,ISBN: 3-7672-1321-4, DM 38,- Geneigte Leserin, geneigter Leser,mit seinem in Formen und Materialien außergewöhnlich vielfältigen Werk gehört Bruce Nauman zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Seine Filme und Photoserien, seine Rauminstallationen, die hängenden Skulpturen aus Stahl, seine Figuren aus Wachs und die Werke aus zerstückelten und erneut aneinandergefügten Tierkörpern geben dem Betrachter eine Menge Rätsel auf. Die Hamburger Kunsthalle hat dieses Jahr eine große Ausstellung dem Star der modernen Kunstszene gewidmet. Sehr verstörend ist diese Ausstellung, schürt Aggressionen, verunsichert, überrascht und überfordert den Betrachter. Da gibt es unendlich repetierte Videobänder, die endlos hüpfende und schreiende Menschen zeigen, Versuchsanordnungen, die in ihrer Wucht und Massivität bedrohlich wirken, Neonbilder, die brutal vereinfachen. Nauman schlägt mit seinen Werken den Betrachter in seinen Bann, und er macht ihn unausweichlich zum Mitwirkenden innerhalb einer von ihm angerichteten Versuchsanordnung. Zu den Grundzügen seines Werks gehören die Verweigerung und der Widerspruch gegen alles, was sich in der Kunst und in unseren Köpfen in bezug auf die Kunst eingebürgert hat. Dabei wechselt er ständig seine formalen, materiellen und medialen Ausdrucksmittel. Fast kafkaeske Welten entstehen, wenn Nauman sich mit seinem Hauptthema "Gewalt" auseinandersetzt. Zwar haben andere Künstler das Medium Video-Installation beeindruckender bearbeitet. "Raum" wurde wesentlich komplexer in anderen Ausstellungen dargestellt, Neon-Kunst haben die Pop-Artists besser dargestellt. Die Vielfalt, die Wucht und die Beständigkeit machen Nauman zu etwas Besonderem. Mir fiel das Buch zur Ausstellung in die Hand: ein ästhetisch sehr gelungener Ausstellungsband mit diversen Abbildungen, der eingehend die künstlerische Entwicklung Naumans nachzeichnet. Und auch hier wird klar, was an Nauman so besonders ist: Es werden die Vielfältigkeit, die Weite seines Werkes aufgezeigt. Die Wirkung seines Werkes ist beeindruckend unmittelbar und direkt. Das Unwohlfühlen, wie es auch mir in der Ausstellung passierte, selbst wird als ein Ziel gedeutet. Dieses Buch erlaubt einen erklärenden Blick auf das Werk des Amerikaners. Es eröffnet eine neue Sichtweise und gibt den Blick frei auf die Intentionen Naumans. Sehr angenehm an diesem Buch sind die durchweg gelungenen Texte, die die Bilder und Abbildungen erklären und einen Blick in das Leben und die Arbeitsweise Naumans werfen. Barbara Engelbach, Günter Menken und Joan Simon haben einen äußerst gelungenen Ausstellungsband vorgelegt, der einen der wichtigsten Künstler der Gegenwart beschreibt, interpretiert und darstellt. Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 6. Oktober 1998 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |