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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Walter Moers: Adolf Teil 2Eichborn Verlag, 120 Seiten, Hardcover
Geneigte Leserin, geneigter Leser,seit nun etwa zehn Jahren ist Walter Moers einer der erfolgreichsten Comic-Zeichner überhaupt. Und vielleicht der genialste, den wir momentan haben. Der 42-jährige hat es geschafft, wie kein anderer Autor oder Zeichner uns den Spiegel vorzuhalten und mit seinen ätzend-bösen Gestalten das Publikum zu entzücken. Neben dem kleinen Arschloch ist wohl Käpt'n Blaubär die bekannteste Figur, die er geschaffen hat und mit dessen Flunkergeschichten ganze Generationen schon aufgewachsen sind. Er hat in dieser Altersgruppe mindestens einen ebenso großen Kultstatus, wie Pippi Langstrumpf. Sein Meisterwerk hat Moers mit "Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär" Anfang dieses Jahres gelandet. Auch dies ist hier in der Rezension erschienen. Nun folgt nach dem großen Erfolg "Adolf" nun "Adolf 2, Äch bin schon wieder da!". Das was bisher nur der anglo-amerikanische Humor schaffte, nämlich in der Unsagbarkeit der Verbrechen des Nazi-Regimes, eine solche Absurdität zu entdecken, die nach komischer Verarbeitung schreit, und diese komische Verarbeitung auch stattfinden darf. Und so ist das vorhergehende Werk zu recht als "satirische Großtat" (Comic Speedline) gefeiert worden. Im Mittelpunkt steht der Führer mit seinem absurden Sprachduktus, der sich in einer Welt nach dem 2. Weltkrieg überhaupt nicht mehr zurecht findet und zusammen mit dem zu Hermine geschlechtsumgewandelten Hermann Göring wird er auf Zeitreise geschickt und merkt bald: Überall wo er auftritt geschieht flugs ein Unglück... Das Time Magazin fragte anläßlich des Buches "Adolf": "Can the Führer be funny?". Ich sage, ohne seine grausamen Taten zu vergessen: Dieser Mensch war völlig absurd und schreit auch nach dieser Art der Betrachtung. Danke Walter Moers für eine der spitzesten Satiren in diesem an Satiren so armen Land! Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 30. Oktober 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |