Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen

Eva Maaser: Der Moorkönig

Rütten&Loening Verlag, 304 Seiten,
DM 36.00, gebunden, ISBN-Nr.: 3-352-00518-4

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

hier handelt es sich um ein wirklich spannendes Buch über den Wahnsinn, über Hellseherei und besonders um Philosophie. Und diese Mischung ist eingebettet in einen wundervoll spannenden Roman.

In einer Sturmnacht des Jahres 1803 wird auf einem westfälischen Bauernhof unter merkwürdigen Umständen ein Kind geboren, Jan Droste Tomberge. Das Kind hinkt in seiner Entwicklung deutlich den anderen hinterher und wird deswegen von der Dorfbevölkerung als wunderlich angesehen. Aber kaum einer ahnt, was wirklich in ihm vorgeht: Jan ist mit der Gabe der Hellseherei geschlagen - ein Spökenkieker, wie man in der Gegend sagt. Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges nimmt er gleichzeitig wahr.

Von den anderen gemieden, lebt er in der Einsamkeit und nur in der geheimnisvollen Umgebung des Moores fühlt er sich sicher und geborgen. So wird er halb bewundernd, halb gegruselt der "Moorkönig" genannt.

Erst ein aufgeklärter Lehrer, schafft es den Jungen mit der Philosophie auf einen Weg zu führen, der ihn wieder in die Welt der anderen führt - und prompt läßt er sich bezaubern von der Nachbarstochter.

Ja, ich war ja fast unschlüssig, ob Jan nicht besser in seiner Welt geblieben wäre - nichtsdestotrotz hat Frau Maaser hier einen wundervollen Außenseiterroman vorgelegt, der neben dem netten Schmökern auch noch die eine oder andere philosophische Frage aufkommen läßt. Und so sollte ja gute Literatur sein: unterhaltend und anregend....

Didine van der Platenvlotbrug

Maaser, Eva: Der Moorkönig
Ruetten und Loening 1999, 304 S.
ISBN 3-352-00518-4, DM 36,00

Die Besprechung erschien am 20. Juni 1999

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