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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Michael Lewin: Wer viel fragtDiogenes Verlag, 350 Seiten, DM 42.00, gebundenISBN.: 3-257-06135-8 Geneigte Leserin, geneigter Leser,Michael Lewin hat mit Albert Samson einen wirklich liebenswerten Verlierer im Reigen der Privatdetektive geschaffen. Albert Samson, der gerne mal bei Muttern essen geht, lebt seine Sexualität im Kopf aus und sticht sonst eher durch Ruppigkeit hervor, hinter der schnell das Herz und die Seele eines kleinen Jungen zu erkennen sind. Damit es keine Mißverständnisse gibt: Samson ist knapp nach dreißig und hat außer einer kleinen Glückssträhne vor Jahren nicht besonders viel auf die Beine gestellt. In seinem dreckigen kleinen Büro hat er seit Monaten keinen Kunden mehr empfangen, und so schlägt er sich mit kleinen Gelegenheitsjobs durchs Leben. Da bekommt er den Auftrag einer nur knapp sechzehnjährigen Klientin, ihren leiblichen Vater zu finden. Eigentlich keine besonders spannende Sache , aber der Autor komponiert auf wenigen Seiten einen spannenden und angenehm ungewöhnlichen Fall in einer reichen Schicki-Micki-Familie, dessen Auflösung sich als außergewöhnlich schwierig herausstellt. Dieser Roman ist Anfang der siebziger Jahre geschrieben worden, was man am Charakter des Privatdetektivs Samson deutlich merkt: Sein Blick auf Frauen ist heute am ehesten mit "unverständlich" zu beschreiben. Da sieht man, was 30 Jahre so ausmachen. Trotzdem lohnt sich die Lektüre eines Krimis, der in der Thematik angenehm aus dem Rahmen fällt.. Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 30. Januar 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |