Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen

Peter James, Nick Thorpe: Keilschrift, Kompaß, Kaugummi

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

hätten Sie gewußt, daß vor über 2000 Jahren 130 Meter lange Schiffe mit 7000 Mann Besatzung den Suezkanal befuhren? Daß die Chinesen den Whiskey erfanden und daß die Römer verblüffende Erfolge bei Augenoperationen und in plastischer Chirurgie erzielten?

Viele Geräte und Methoden, die wir für abendländische Erfindungen der Neuzeit halten, gab es in ähnlicher Weise schon in den frühen Hochkulturen. Und das gilt für alle Bereiche des täglichen Lebens: Architektur, Bergbau, aber auch Make-up, Sexualität und Sport.

Dieses Buch ist eine überraschend angenehme Entdeckung. In zwangloser Reihenfolge werden diverse, zum Teil wirklich sehr überraschende Erfindungen präsentiert, die ich nie für möglich gehalten hätte. Den Schwangerschaftstest der Ägypterinnen, das Bügelbrett der Wikinger und viele andere Details formen ein überraschend buntes und vielschichtiges Mosaik. Daß es hier und da an dem roten Faden fehlt, stört überhaupt nicht, und auch ein paar Tippfehler schmälern das Lesevergnügen kaum.

Liebevoll ausgesuchte Bilder unterstützen und untermauern die Aussagen der einzelnen Artikel, wie der über die Weinkelterkunst der Ägypter oder das Bildnis der ersten Brille (1352).

Dieses Buch ist ein toller Schmöker für jung und alt, der wirklich sehr viel Spaß macht und genau das richtige für einen verregneten Herbsttag ist.

Didine van der Platenvlotbrug

James, Peter, Nick Thorpe: Keilschrift, Kompaß, Kaugummi
Eine Enzyklopädie der frühen Erfindungen
Sanssouci Verlag 1998, 448 S.
ISBN 3-7254-1133-6, DM 39,80

Die Besprechung erschien am 24. November 1998

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