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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Doreet Levitte Harten (Hrsg.): HeavenHatje Cantz Verlag, 265 Seiten, 126 meist farbige Abbildungen, Broschur, DM 78.-, erschienen 1999, ISBN-Nr.: 3-89322-986-8 Geneigte Leserin, geneigter Leser,vom 30. Juli bis zum 17. Oktober 1999 findet in der Kunsthalle Düsseldorf eine der spannendsten Ausstellungen des Jahres statt. Die AusstellungsmacherInnen fragen sich die immer wieder spannende Frage: "Was sind unsere Ikonen? Wie entstehen unsere Mythen? Wie entwickeln wir unsere Rituale? Wer sind unsere Heiligen?" Diese Fragen am Ende des zweiten Jahrtausends gestellt tragen einiges an Sprengkraft in sich und so stellt sich auch der spannende Kontext dieser Ausstellung dar: Rund 35 internationale Künstler zeigen in ihren jeweiligen Genres ihr Verständnis der o.g. Fragen. Ähnlich bunt wie die Liste der KünstlerInnen, von Thierry Mugler und Jeff Koons bis zu der jungen Russin Olga Torbeltus, zeigt sich die Auswahl der Objekte, die in eine beeindruckende Kommunikation treten: Von Kleidungsstücken von Modemarken über verfremdete Gemälde über Computeranimationen bis hin zu Skulpturen und Performances. Was zeigen uns die Werke: Die Wichtigkeit der Ikone, der Heiligen, des Mythos und des Rituals in unserer Zeit: Es gibt sie und sie werden mehr denn je gebraucht. In unserer angeblich so entmystifizierten Zeit ist die Suche keineswegs schwächer. Höchstens die Antworten. War man früher auf der Suche nach dem weltverändernden Geschehen, dem "Wunder", und dem absolut reinen Menschen, dem "Heiligen", so reicht heute schon die banalisierte Antwort in der Suche: Leonardo DiCaprio als moderner Heiliger, das Kitschidyll als Wunder. Dieses Buch zur Ausstellung ist äußerst gelungen, bis auf die Kommentare der Herausgeberin Doreet Levitte Harten. Auch ich habe Kunst- und Musikwissenschaften studiert und halte zusammen mit Blessless Mahoney Seminare in der Uni Hamburg, muß mich aber nicht so selten übertrieben manieriert ausdrücken. Ein solches Suhlen in einem pseudowissenschaftlichen Sprachduktus halte ich für grottenpeinlich und unprofessionell. Dieses Buch ist ein Ausstellungskatalog und wendet sich an die Besucher der Ausstellung und nicht an ein reines Fachpublikum. Sätze wie der folgende in einem Ausstellungskatalog grenzen schon ans hochnotpeinliche: Werden Träume in scharfen Konturen ausgeführt, um deren Immanenz zu bewahren, dann mag Erinnerung mittels Auslöschung repräsentiert werden, die als Metapher für deren Virtualität dient. Kreisch Gacker! Zu diesem Buch fällt mir nur folgendes ein: Inhalt und Form: Note 1+, Ausdruck 5! Schade! Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 30. November 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |