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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Nino Filastó: Die Nacht der schwarzen RosenAufbau Verlag, 352 Seiten, DM 46.00, HardcoverISBN: 3-351-02860-1 Geneigte Leserin, geneigter Leser,kaum eine Branche unterliegt dem Modediktat so sehr wie die Krimibuchschreiberei. Waren vor einigen Jahren die ästarken Frauen" en vogue, man erinnert sich an den Sarah-Paretzky-Clan, so kamen dann die historischen Krimis, und nun sind die Italo-Krimis an der Reihe. Mindestens fünf verschiedene Rechtsanwälte, Polizisten und Detektive tummeln sich in Norditalien im Dickicht des Verbrechens, und langsam wird es verwirrend: War der Täter nicht schon der Held in dem anderen Krimi? Bei all dem Kuddel-Muddel sticht dieser Krimi doch positiv hervor, auch wenn die Geschichte ein bißchen gestrickt wirkt und wieder einmal ein Hetenpärchen auf Verbrecher-Jagd geht. Gelungen sind dem Autor Filastó die vielen unterschiedlichen Settings und Ideen: Der fettleibige und sich erbrechende Mafiaboss, die fast schon Queneau-esken Szenen in Paris, wenn sich fünf Menschen in einem einsitzigen Elektroauto die Steigungen des Montmartre hochquälen oder der Avvocato mit einer Gruppe von politisch Verfolgten, Hausbesetzern, irgendwie Intellektuellen und linken Sozialisten aus lauter Solidarität ungenießbares Essen aus fernen Ländern essen muß. Zur Story: Der Florentiner Anwalt Corrado Scalzi, Jurist mit Liebe zur Literatur und guter toskanischer Küche, soll den Mord an einem Kunsthistoriker im nahegelegenen Livorno untersuchen. Im Zentrum der sich rasant entwickelnden Story stehen Plastiken des Künstlers Modigliani. Doch wieso gibt es auf einmal so viele Kopien und nur so wenige Menschen, die diese Kopien erkennen können? Eine wirklich spannende Fälscherstory, gewürzt mit den folgenden Zutaten: Mafia, Drogen, Geld, Kunst, Paris und mit der entzückenden und scharfzüngigen Olimpia, die Vertraute des Avvocato Scalzi. Olimpia ist der Motor für den manchmal etwas behäbigen Scalzi und kommt mit ihrer Spontaneität oft weiter als der gelernte Jurist. Die Story ist gut geschrieben, die Spannung hält bis zu den letzten Seiten, und das ganze ist mit vielen italienischen Eigenheiten abgerundet: Ich finde, dies ist einer der spannendsten Krimis in der Reihe der Italo-Krimis.... Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 19. April 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |