Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen

Leo Feks: Die leere Mitte

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

Ronnie ist sechzehn. In einer Kölner U-Bahnstation wird sein "Daddy" erschossen. Ronnie gerät in Panik, flieht und sucht Schutz bei Krapp, einer verkrachten Musiker-Existenz. Von dieser zufälligen Begegnung aus gerät Krapp in die dunklen Machenschaften des Kölner Rotlichtmilieus, der Prostitution und des Menschenhandels mit polnischen Jungs. Dem ersten Mord folgen weitere.

Dies ist der erste Kriminalroman des Autors Walter Foelske, der um seinen richtigen Namen ein eher albernes Geheimnis macht.

Ja, dieses Buch zu rezensieren fällt mir schwer: einerseits eine wirklich neue Art Krimis zu schreiben, der Blickwinkel ist sehr spannend gewählt, das Thema ist gut und auch spannend bearbeitet, gleichzeitig bemüht sich der 64-jährige Autor um eine sehr moderne Schriftsprache, die mir nicht entgegenkommt. Abgehackte Sätze, stakkatoartiges Erzählen, schnelle Wechsel, all das lenkt so von der Handlung ab, daß ich Mühe hatte, dieser überhaupt zu folgen, viel zu oft legte ich das Buch einfach genervt in die Ecke. Etwas weniger Modernismus hätte diesem Buch sehr, sehr gut getan, für Freunde der modernen Schriftsprache wahrscheinlich eine Bereicherung, für Freunde eines guten Krimis ebenfalls ein Muß, reißt mich dieses Buch kaum vom Hocker.

Didine van der Platenvlotbrug

Feks, Leo: Die leere Mitte
Kriminalroman
Hamburg, MännerschwarmSkript 1998, 215 S.
ISBN 3-928983-63-6, DM 28,00

Die Besprechung erschien am 1. Januar 1999

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