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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Rupert Everett: Wildes Weekend in TangerPiper Verlag, 224 Seiten, DM 14.80, TaschenbuchISBN: 3-492-21634-X Geneigte Leserin, geneigter Leser,Rupert Everett, einer der wenigen Schauspieler in Hollywood, die sich offen zu ihrem Schwulsein bekennen, hat neben seiner Schauspielerader auch einen Hang zum Bücherschreiben. Und mit äWildes Weekend in Tanger" legt er für mich das durchgeknallteste Tuntenbuch des Jahres vor. Daß dieses Buch auch noch zum großen Teil autobiographisch ist, macht den besonderen Reiz aus. Rhys, eine entzückende Schwuchtel im Filmbusiness, hat in jungen Jahren ein Vermögen in der Rolle eines Butlers in einer amerikanischen Trash-Serie gemacht und bringt dieses Geld in Paris durch. In einer teuren Hotelsuite amüsiert er sich prächtig mit anderen Schwuchteln, mit seiner transsexuellen Freundin Peach Delight und mit einer riesigen Menge diverser Drogen. Eigentlich könnte das Lotterleben immer so weitergehen, wenn nicht ein Börsencrash Rhys um sein ganzes Vermögen und seinen stockkonservativen schottischen Vater, seine liebreizende, aber eher auf Distanz zu ertragende Ehefrau und seine durchgeknallte Mutter aufs Tapet brächte. Und Geld muß her! Da besinnt sich Rhys auf seine Qualitäten, mit denen er im Alter zwischen 15 und 18 gut verdient hat, nämlich als Stricher, und das Angebot, für 100.000 £ mit einer stattlich gebauten alternden Gräfin ein Weekend in Tanger zu verbringen, könnte alle seine Probleme lösen: Geld zur Begleichung der Hotelrechnung und Flucht vor der lieben Familie. In Tanger angekommen, trifft Rhys auf die gesamte schwule Mischpoke aus der Filmindustrie, die dort ihren großen Ball feiert, und klar, daß Rhys an der Seite der Herzogin als Fruchtkörbchen dekoriert und auf silbernen High Heels auf dieser Party brilliert - bis seine Familie auf der Suche nach ihm auf diesem Ball auftaucht und... aber lesen Sie selbst. Ungeahnte Qualitäten stecken in diesem Everett. Dieses Buch ist schrill, hysterisch und urkomisch. Und nebenbei steckt eine wundervoll sympathische Message hinter dem ganzen Klamauk: Ist die transsexuelle Freundin auch wirklich transsexuell? Warum hat ein schwuler Schauspieler eine Ehefrau? Wie kommt es, das ein stockkonservativer Schotte AIDS-Kranke unterstützt? In der Welt von Everett ist eben alles möglich und nichts unmöglich - auch ein wundervoll freies Buch... Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 19. April 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |