Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen

Christoph Ernst: Bangkok ist selten kühl

Hainholz Verlag, 222 Seiten, DM 16.90, TB
ISBN: 3-932622-32-4

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

ja, schade! Hier haben wir einen sehr routiniert gelungenen Hamburg-Krimi, der, gut geschrieben, dem Leser viel Freude bereitet. Die Sprache Ernsts ist sehr gelungen: modern, aber nicht peinlich (siehe Leo Ferks), das Sujet ist gut gewählt und mit viel Sachverstand bearbeitet. Leider hängt Ernst dem Krimi eine Nebenhandlung an, die genauso wirkt, nämlich angehängt: Warum müssen der Privatdetektiv, seine beste Freundin und zwei weitere Menschen als Kinder mißbraucht worden sein?

Doch zuerst zur Story: Fabian wird beauftragt, eine verschollene Person in Bangkok zu suchen. Was zuerst wie bezahlter Urlaub aussieht, deutet jedoch sehr bald auf brutale Machenschaften im fleischverarbeitenden Gewerbe hin: Aus Profitgier werden ungesetzliche Hormone gespritzt oder BSE-Rinder verarbeitet. Unterstützt wird er bei der Recherche von seinem gehandikapten Freund (eine sehr gelungene, authentische Person) und seiner Freundin, die hauptsächlich Mißbrauchsopfer therapiert.

Diese Nebenhandlung der Mißbrauchten ist für die Story nicht weiter wichtig und bereichert auch die Romanfiguren nicht wirklich. Dieses schwierige Thema etwas künstlich in diesen Krimi mit einzubauen, tut weder dem Krimi noch dem Mißbrauchsthema gut.

Ansonsten gefällt mir dieser Krimi wirklich gut, der ebenso rund und spannend ist wie ein sehr guter äTatort" am Sonntagabend.

Didine van der Platenvlotbrug

Ernst, Christoph: Bangkok ist selten kühl
Hainholz Verlag 1998, 222 S.
ISBN 3-932622-32-4, DM 16,90

Die Besprechung erschien am 19. April 1999

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