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Die Buchbesprechung von Didine und KollegInnen
Jeremy Beadle: Unterm StrichAriadne Krimi Verlag, 201 Seiten, DM 16.80
Geneigte Leserin, geneigter Leser,es gibt ja die Tendenz im Bereich gay-crime, die Krimis in den sauberen, cleanen Umgebungen der Mittel- und Oberschicht spielen zu lassen. Der leider viel zu früh verstorbene Jeremy Beadle legte 1990 diesen äußerst spannenden schwulen Krimi vor, der im untersten Stricher-Milieu spielt. Nun liegt er erstmals in deutscher Sprache vor. Beadle schafft es Sympathien zu wecken für die vielen Wracks am unteren Ende der sozialen Leiter, Verständnis für die Freier, die auf der ewigen Suche nach Liebe im Geschäft um Sex sind. Aus der Sicht des abgestürzten Mathematikers Gordon erzählt er uns die Geschichte um Drogenmachenschaften im untersten sozialen Milieu. Er ist zufälliger Zeuge eines Mordes in einer der vielen Stricherkneipen, doch keiner seiner Freunde mag ihm glauben - zu sehr scheint Gordon noch unter dem plötzlichen Tod seiner gesamten Familie zu stehen, die bei einem Autounfall umkamen. Da kann man schon einmal weiße Mäuse sehen, oder eben einen Mord der gar nicht stattfand, denn die Leiche wird zwar gefunden, allerdings nicht erstochen, sondern von einem Zug überrollt. Gordon ist ein solches Drogenwrack, daß es einem beim Lesen des enormen Drogenkonsums schon schlecht wird. Doch daß er sich nichts eingebildet hat, wird schnell klar, denn die Mordversuche an ihm sind bestimmt keine Einbildung. Nun stellt sich die Frage, wer hat so viele detaillierten Informationen über Gordon, daß er ihm so gefährlich werden kann, eigentlich doch nur seine gut situierten besten Freunde... Großartig und voller underdog-Poesie, berauscht dieser Gay-Krimi auf grandiose Weise. Didine van der Platenvlotbrug
Die Besprechung erschien am 20. Juni 1999 Wollen Sie einen Kommentar abgeben? Schreiben Sie an Didine van der Platenvlotbrug © 1998, 1999 by Didine van der Platenvlotbrug |